migrantas@yahoo.com

Eine visuelle Sprache der Migration

Das Kollektiv Migrantas arbeitet mit den Themen Migration, Identität und interkultureller Dialog. Seine Projekte bedienen sich der Werkzeuge der Sozialwissenschaften, der Kunst und des Designs, um die Lebensumstände der MigrantInnen zu reflektieren. Mobilität, Migration und Transkulturalität sind in unserer Welt keine Ausnahme, sondern sie werden zunehmend zur Regel. Trotzdem sind MigrantInnen und ihre Erfahrungen für den Rest der Gesellschaft oft unsichtbar. Im Stadtraum sichtbar zu machen, was diejenigen denken und fühlen, die ihr eigenes Land verlassen haben und nun in einem neuen Land leben, ist das Ziel von Migrantas. Die Mitglieder des Kollektivs sind selbst Migrantinnen in Berlin, sie konzipieren ihre Arbeit mit anderen MigrantInnen als horizontalen, nicht hierarchischen Dialog.




Grafische Darstellung der eigenen Geschichte

Migrantas lädt MigrantInnen dazu ein, in Workshops gemeinsam über die Migration zu reflektieren. Als Anregung werden die Ergebnisse von früheren Workshops und Arbeiten von Migrantas gezeigt. Durch die Auseinandersetzung mit Erfahrungen anderer Migranten und das Nachdenken über die komplexen Prozesse, die hinter der eigenen Migration stehen, kann die eigene Biografie besser verstanden werden. Statt als einzelnes, individuelles Schicksal können die TeilnehmerInnen ihr eigenes Leben als Teil von größeren politischen Entwicklungen deuten. Nach der Diskussion stellen die TeilnehmerInnen ihr Leben als MigrantInnen in Zeichnungen dar. Zum Abschluss werden alle Zeichnung gezeigt und in der Gruppe kommentiert.








Von Zeichnungen zu Piktogrammen

Ausgehend on Zeichnungen, die in den Workshops entstehen, wird von Migrantas eine Serie von Piktogrammen entworfen. Sie beziehen sich visuell und konzeptuell auf die Ideen, die die Teilnehmerinnen zum Ausdruck gebracht haben. Um Schlüsselemente und Gemeinsamkeiten zu identifizieren, werden sämtliche Zeichnungen sorgfältig analysiert. Dabei lassen sich wiederkehrende Themen aufweisen: Das Bewusstsein einer vielseitigen kulturellen Identität, das Gefühl der Zerrissenheit zwischen der alten und der neuen Heimat, die Sorge um die Zukunft der Kinder sind zum Beispiel Fragen, die MigrantInnen der unterschiedlichsten Hintergründe betreffen. Durch die Piktogramme wird eine grafische Synthese dieser Themen erreicht, die gleichzeitig die Absicht der Originalzeichnung berücksichtigt.








Schlichtheit und Ausdruckskraft

Die visuelle Sprache von Migrantas basiert auf Piktogrammen. Diese schlichten Bilder kombinieren Synthese und Ausdruckskraft. Ihr einfaches, universell verständliches Design ermöglicht es, eine Breite von Emotionen zu vermitteln. Ihre Botschaft ist anonym und persönlich zugleich, so dass Menschen aus unterschiedlichster Herkunft sich darin wieder erkennen können. Piktogramme sind jenseits kultureller Einzigartigkeiten verständlich, sie sind die visuelle Sprache der globalisierten Welt.









       

       




Anerkennung und Sichtbarkeit

Die Ausstellungen und Veranstaltungen, die im Rahmen der Migrantas-Projekte stattfinden, sollen einen Erfahrungsaustausch zwischen den Teilnehmerinnen der verschiedenen Workshops und eine gemeinsame Auswertung ermöglichen. Auf diese Weise wirken die Überlegungen und Emotionen der MigrantInnen über den Raum, in dem sie entstanden sind, hinweg. Durch die Sichtbarmachung im öffentlichen Raum werden die TeilnehmerInnen als Subjekte anerkannt. Den Besuchern der Ausstellung wird die Gelegenheit geboten, sich den Erfahrungen und Empfindungen von MigrantInnen zu nähern, sowie durch ihr eigene Zeichnungen ihre Ideen zum Thema auszudrücken.













Teil der städtischen Landschaft

Die Sichtbarmachung der Piktogramme im öffentlichen Raum ist ein wesentliches Ziel der Arbeit von Migrantas. Verschiedene Medien kommen zum Einsatz: Die Piktogramme erscheinen auf Werbeplakaten, als digitale Animationen im U-Bahn-Fernsehen, auf Flyern oder auf Tragetaschen. Dahinter steckt immer die Absicht, die Überlegungen und Empfindungen der MigrantInnen in die Stadt zu integrieren. Die Bilder und Texte der MigrantInnen werden Teil der urbanen Landschaft: Die Stadt spricht von ihnen. Gerade für jene Frauen, die in ihren Kulturkreisen auf den privaten Bereich des Haushalts begrenzt werden, ist die Sichtbarmachung ihrer Produktionen von großer Bedeutung. Die urbane Installation regt die Fußgänger zur Stellungnahme an, die dadurch das Werk vervollständigen.



2004 | Proyecto Ausländer | Buenos Aires


2005 | Integration | Berlin


2006 | Interkulturelle Werkstatt | Berlin


2006 | Bilder bewegen I | Berlin

2007 | Bundesmigrantinnen | Bilder der Migration im öffentlichen Raum Hamburgs

2006 | Bilder bewegen II | Berlin





Bundesmigrantinnen |Bilder der Migration im öffentlichen Raum Deutschlands
Nach den erfolgreichen Berliner Projekten war Hamburg die erste Station von "Bundesmigrantinnen" und Auftakt zur künftigen Umsetzung in weiteren deutschen Städten. Die nächste Station wird 2008 in Köln sein.
Durch Kontaktaufnahmen mit kommunalen Vertreter/innen in vielen Städten, und seit den Einladungen zur Ausstellungseröffnung in Hamburg im November 2007, knüpft migrantas ein Netzwerk, um sein soziokulturelles Projekt „Bundesmigrantinnen – Bilder der Migration im öffentlichen Raum“ auszuweiten. Piktogramme, die Gefühle und das Alltagsleben von Migrantinnen widerspiegeln, können nicht nur die lokal durchaus verschiedenen migratorischen und kulturellen Hintergründe, sondern auch die spezifischen Wahrnehmungen und Realitäten des Zusammenlebens in den unterschiedlichen Städten und Regionen Deutschlands aufzeigen.
Gerne laden wir Interessent/innen aus weiteren Städten, Akteure aus den Kommunen und aus sozialen oder kulturellen Einrichtungen der Migrantinnenarbeit ein, mit uns gemeinsam das Projekt „Bundesmigrantinnen – Bilder der Migration im öffentlichen Raum“ umzusetzen.
Kontakt: Irma Leinauer migrantas@yahoo.com


Aktuell

2008| Bundesmigrantinnen
|Bilder der Migration im öffentlichen Raum von Köln
Leuchtturmprojekt der Interkulturellen Woche Köln 2008 in Zusammenarbeit mit der Bühne der Kulturen, gefördert u.a. von der Stadt Köln und unter Schirmherrschaft von Bürgermeisterin Angela Spizig: Workshops mit Migrantinnen, urbane Aktion mit Piktogrammen auf Plakaten und Postkarten sowie Ausstellung im studio dumont
mehr


migrantas | Top

Für mehr Information zu den Projekten, bitte Titel anklicken

2007 | Bundesmigrantinnen - Bilder der Migration im öffentlichen Raum | Hamburg
Durchführung von 9 Workshops im September 2007 mit Frauen aus 20 Ländern und unterschiedlichen Kulturen. Entwicklung von Piktogrammen und öffentliche Präsentation von drei Plakaten auf rund 200 Litfasssäulen und in 70 U-Bahnhöfen Hamburgs im November 2007. Ausstellung in den Geschäftsräumen der FrauenFinanzGruppe, 9. Nov. 2007 bis 17. Jan. 2008. Gefördert durch den Fonds Soziokultur, Bonn, die Hamburgische Kulturstiftung und die FrauenFinanzGruppe-Susanne Kazemieh, Hamburg

2006 | Interkulturelle Werkstatt - Netzwerke von Berliner Migrantinnen und Künstlerinnen fördern | Berlin
Aufbau eines Netzwerks von MigrantInnen-Vereinen. Durchführung von 8 Workshops.
Kampagne mit 29.000 Gratis-Postkarten, vertrieben in 450 Berliner Gastronomiestätten. Produktion von 300 Tragetaschen. Teilnahme an der Ausstellung „Stadt der Frauen“ (Kommunale Galerie, Charlottenburg-Wilmersdorf, Nov. bis Dez. 2006). Gefördert durch das Land Berlin – LSK - und den Europäischen Sozialfonds (EFS)

2006 | Bilder bewegen
- Interkulturalität und Migration im Alltag in Bewegung setzen | Berlin
Durchführung von 5 Workshops. Kampagne mit digitalen Animationen im U-Bahn-Fernsehen auf allen Linien des Berliner Netzes, 21. - 25. Nov. 2006. Installation im Schaufenster der Galerie im Saalbau Berlin-Neukölln. Gefördert durch die Berliner Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur und das Kulturamt Neukölln

2006 | Bilder bewegen II | Berlin
Kampagne unter dem Schirm der Ernst-Reuter-Initiative für Dialog und Verständigung zwischen den Kulturen, eine Initiative der Außenminister Deutschlands und der Türkei. Digitale Animation im Berliner U-Bahn Fernsehen, 18.- 23. Dez. 2006

2005 | Integration - Lauter Bilder von Migrantinnen in Berlin | Berlin
Durchführung von 11 Workshops mit Frauen aus 19 verschiedenen Ländern. Entwicklung einer Serie von 21 Piktogrammen. Ausstellung in der Galerie im Saalbau, Berlin-Neukölln (Sep. bis Okt. 2005) und Installation von drei großformatigen Plakaten an 90 Bushaltestellen und drei Werbeflächen in Kreuzberg und Neukölln. Gefördert durch die Berliner Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur und das Kulturamt Neukölln

2004 | Proyecto Ausländer | Berlin - Buenos Aires 2003/2004
Realisation einer Serie von 12 Piktogrammen (Berlin). Installation auf Backlight-Werbestellen im Zentrum von Buenos Aires (Dez. 2003 bis Jan. 2004). Veröffentlichung von 700 Heften (Verlag Asunto Impreso, ISBN 9789505330010, vergriffen).
Mit freundlicher Unterstützung von Publicidad Sarmiento



Zum Lesen oder Hören, bitte Titel anklicken

2007: Bundesmigrantinnen Hamburg: Fotos und Presseresonanz
International Herald Tribune | At home abroad | von Clare Fleishman 28./29.10.2005
Taz | Zwischenauftenthalt Berlin | von Waltraud Schwab, 20.10.2005
Jungle World | Ganz schön integriert | von Jessica Zeller, Nr. 41, 12.10.2005
Jüdische Allgemeine | Das interessiert Berlin | 14.10.2005
Zitty | Tagestipps | Plakatierung | Nr. 22/2005
Tagesspiegel | Ticket | 13.–19.10.2005
Diario Clarin
| Inmigración en Europa | Argentina von Araceli Viceconte, 14.11.2005
radiomultikulti rbb
Sendung am Di. 21.11.2006
radioeins rbb
Sendung im Nov. 2005
rbb Abendschau Sendung im Nov. 2006

Web-Präsenzen

 

Förderer und Unterstützer der bisher von migrantas realisierten Projekte waren:

 

Aufnahme von Plakaten und Postkarten in Sammlungen von Museen:

Deutsches Historisches Museum, Berlin
Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Bonn
Museo de Arte Moderno de Buenos Aires

 

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

2008 | Projektteilnahme | "Die Migranten" von Tania Bruguera | IN TRANSIT 08 - Haus der Kulturen der Welt | Berlin

Florencia Young und Marula Di Como vom Kollektiv Migrantas partizipieren an dem einjährigen Projekt "Die Migranten" der Performancekünstlerin Tania Bruguera (Kuba/USA): ein Erinnerungsarchiv von und für Migranten, mit einer eigenen Partei, mit Workshops, mit Empowerment-Strategien.
mehr

 

2008 | Onlineauftritt | Zwischenraum - Galerie für Kunst & Migration | Heinrich-Böll-Stiftung

Einladung an migrantas zum Auftritt in der Onlinegalerie. Die Galerie ZWISCHENRAUM für Kunst & Migration nimmt ihren Ausgang beim Sujet Migration, Flucht, kultureller Diversität. Sie soll selbst ein Zwischenraum sein für transitorische Umdeutungen von Innen und Außen, Eigen und Fremd in der Sprache von Malerei, Photografie und Literatur.
mehr

 

2008 | Vortrag | Auftaktveranstaltung "Klappe, die Zweite!" | Berlin

Einladung an migrantas zum Austausch über das Thema "Wie denke ich Vielfalt" auf dem ersten bundesweiten Netzwerktreffen am 22./23. Februar zu dem zweijährigen Projekt der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung mit Themenatelier "Kulturelle Bildung an Ganztagsschulen. Klappe, die Zweite!"
mehr

 

2007 | Ausstellungsbeitrag | Messe Import Shop | Meine Deine Unsere Welt - Kulturen in Bewegung | Berlin

Migrantas präsentierte Plakate und Piktogramme, die zeigen, was Fremdsein bedeutet. Ausstellung im Rahmen des entwicklungspolitischen Bildungsprogramms für Schulklassen und MultiplikatorInnen unter Mitwirkung von Berliner und Brandenburger NROs vom 7. - 11. November 2007. Organisiert von KATE - Kontaktstelle für Umwelt und Entwicklung e.V., Berlin.
mehr

 

2006 | Eventteilnahme | Border Games Lounge | Berlin

Präsentation und Diskussion zur Migration am 4. Februar in Dr. Pong auf Einladung und zusammen mit der Madrider Künstlergruppe La Fiambrera Obrera, organisiert von Berliner Gazette im Rahmen der transmediale 06.
mehr


 

 



Über Uns
Marula Di Como (Künstlerin) entwickelt seit 2000 Piktogramme als Teil ihrer künstlerischen Sprache. Sie und Florencia Young (Grafikerin) arbeiteten zusammen in Buenos Aires, darunter in den Projekten „El futuro está en el papel pintado de la Bauhaus" (Goethe-Institut, Buenos Aires, 1997) und „Des-Límites, Valle del Riachuelo Matanzas" (Goethe-Institut; auch im Di Tella-Institut ausgestellt und von der Kuratorin Catherine David für die Ausstellung „City Editing", Proa Stiftung, Buenos Aires 1999, ausgewählt worden). Beide treffen sich wieder in Berlin und konzipieren zusammen „Proyecto Ausländer”. Dabei geht es um die Erfahrungen und Empfindungen, Ausländerinnen zu sein (Berlin und Buenos Aires, 2003/2004). In 2004 laden sie Estela Schindel (Soziologin) ein und bilden gemeinsam das Kollektiv migrantas mit den Projekten „Integration" (Berlin 2005), „Interkulturelle Werkstatt", „Bilder bewegen" und „Bilder bewegen II" (Berlin 2006). Die Mitarbeit von Irma Leinauer (Planerin) bei migrantas beginnt 2006 und die von Alejandra López (Journalistin) 2007 mit dem Projekt „Bundesmigrantinnen", das im Herbst 2007 in Hamburg startete.

Marula Di Como
Geboren 1963 in Buenos Aires, Argentinien, lebt seit 2002 in Berlin. Künstlerin.
Seit 1987 Teilnahmen an Einzel- und Gruppenausstellungen. Ihre Werke sind Teil von argentinischen und internationalen privaten Sammlungen, Stiftungen und Museen.

Florencia Young
Geboren 1965 in Buenos Aires, Argentinien, lebt seit 2002 in Berlin. Grafik Designerin (UBA).
Langjährige Lehrtätigkeit an verschiedenen Universitäten - Schwerpunkt Tipographie. Gestaltung von Corporate Identity und
Multimedia Stationen. Mitwirkung bei künstlerischen Installationen und interdisziplinären Projekten.

Estela Schindel
Geboren 1968 in Buenos Aires, Argentinien, lebt seit 1999 in Berlin. Soziologin.
Studium der Kommunikationswissenschaften und Promotion in Soziologie (DAAD/FU Berlin). Zahlreiche Veröffentlichungen, darunter zur Kunst und Erinnerung im urbanen Raum, Gender und Migration. Lehrbeauftragte an der Freien Universität Berlin.

Irma Leinauer
Geboren 1958 in Peiting, Deutschland, lebt seit 1985 in Berlin.
Mehrjährige Auslandaufenthalte. Studium der Stadt und Regionalplanung (TU Berlin). Veröffentlichungen zur modernen Geschichte von Architektur, Wohnungsbau und sozialer Stadtteilentwicklung.

Alejandra López
Geboren 1973 in Resistencia, Argentinien, lebt seit 2001 in Berlin. Diplom Journalistin, (USAL).
In Buenos Aires bei der Tageszeitung La Nación, in Berlin Radio- und Fernsehjournalistin sowie Beteiligung bei interkulturellen Projekten.




Kontakt / Impressum
Migrantas
Marula Di Como | Florencia Young
c/o Di Como - Ebertystraße 19
D-10249 Berlin
migrantas@yahoo.com
Inhaltlich Verantwortliche gemäß TMG § 5: Marula Di Como und Florencia Young
Haftungshinweis: Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle übernehmen wir keine Haftung für die Inhalte externer Links.
Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.
Der gesamte Inhalt dieser Website ist urheberrechtlich geschützt. Die Publikation oder Vervielfältigung jedweder Daten, Texte, Grafiken, Fotos und Abbildungen durch Dritte bedürfen der ausdrücklichen schriftlichen Zustimmung durch Marula Di Como und Florencia Young